Webinar am 27. Mai 2020: Quartierspeicher für die Energiewende – Praxisbeispiele und Rahmenbedingungen

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Berliner Energietage am Mittwoch, 27. Mai 2020 von 14–16.30 Uhr statt. Anhand von Praxisbeispielen wurde gezeigt, wie Stromspeicher in der Stadt sowohl den Eigenverbrauchverbrauch von erneuerbarem Strom vor Ort erhöhen, als auch Dienstleistungen für das Energiesystem und das lokale Stromnetz erbringen.
Dr. Swantje Gährs (IÖW) stellte die Ergebnisse des Esquire-Forschungsprojekts aus den Befragungen und Workshops mit Prosumer/innen vor: Besitzer/innen von PV-Anlagen seien generell offen für die Nutzung von Quartierspeichern, solange es sich wirtschaftlich für sie rechne. Viele an die Stromspeicher angeschlossene Dienstleistungen seien aber erklärungsbedürftig und bedürften einem besonderen Maß an Kommunikation. Wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle für Quartierspeicher präsentierte anschließend Frieder Schnabel (Fraunhofer IAO). Insbesondere die flexiblen Speicherkapazitäten seien interessant, um beispielsweise Ladespitzen in den Sommermonaten anderweitig, z.B. zum Laden von Elektroautos, zu nutzen.
Neben dem Multi-Use-Einsatz interessierten sich die knapp 290 Teilnehmenden des Webinars besonders für den rechtlichen Rahmen, der beim Einsatz von Quartierspeichern beachtet werden muss und von Dr. Bettina Hennig (von Bredow Valentin Herz Rechtsanwälte) anschaulich erläutert wurde. Die Höhe der anfallenden EEG-Umlage, sowie Netzentgelte und die Stromsteuer seien wesentliche Wirtschaftlichkeitsfaktoren für Quartierspeicher, so die Referentin. Die Gesetzeslage war auch in der anschließenden Podiumsdiskussion mit Dr. Ralf Sitte (BMWi), Dr. Peter Eckerle (StoREgio) und Dr. Swantje Gährs bestimmendes Thema.

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